Eine Sondervorlesung im Rahmen des 16. Deutschen Präventionstages
Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter
Carl-vonOssietzky Universität Oldenburg,
Institut für Pädagogik
Moderation: NDR 1 Niedersachsen
Web 2.0 – das „Mitmach-Internet“! Es bietet tolle Möglichkeiten: Man kann selbst Web-seiten gestalten, Bilder oder Videos einstellen, mit Freunden chatten oder mit Mit-schülern für die Schule lernen. Netzwerke wie SchülerVZ, MySpace, Facebook oder Gesichterparty und Anwendungen wie Wikis und Blogs machen es möglich. Millionen Menschen benutzen soziale Netzwerke im Internet. Und was so viele tun, das ist doch bestimmt eine gute Sache – oder?Man sollte sich jedoch genau überlegen,welche Informationen man über sich oderandere ins Internet stellt, da sich ein Foto oder ein Text nicht wieder löschen lässt. Man weiß nie, wer die Daten später noch findet. Freunde? Lehrer? Eltern?Das Internet vergisst nichts. In einer Zeitreise durch das Netz werden wir sehen,dass sich noch heute Webseiten öffnen lassen, die schon über 15 Jahre alt sind. In der Vorlesung bekommt ihr auch Tipps,wie ihr euren Privatbereich im Internet besser schützen könnt.

Für Schülerinnen und Schüler zwischen 8 und 12 Jahren
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Universitätsklinikum Ulm
In den USA beträgt der durchschnittliche Medienkonsum der 8- bis 18-Jährigen 10
Stunden und 45 Minuten täglich. Da sie häufig mehrere Medien gleichzeitig benutzen,
bringen sie diese Zeit der Mediennutzung in insgesamt 7 Stunden und 38 Minuten unter.
Damit stellt der Medienkonsum noch vor dem Schlafen und weit vor der Schule, die zeitlich
häufigste Tätigkeit dieser Population dar. Es bedarf kaum der Erwähnung, dass die
über die Medien vermittelten Inhalte nicht identisch sind mit den gesellschaftlich anerkannten
und für wichtig gehaltenen Bildungszielen. Weniger bekannt ist, dass auch die
Form gerade der neuen Medien Bildungsprozessen im Wege stehen kann.
An Beispielen wird erläutert, dass beispielsweise das Multitasking nicht zur effizienteren
Erledigung von Aufgaben führt, sondern letztlich zum Antrainieren einer Aufmerksamkeitsstörung.
Die Mediennutzung erhöht das Ausmaß der erlebten Passivität und vermittelt
damit das Gegenteil dessen, was für eine gesunde Entwicklung wichtig ist: Selbstkontrolle.
Zudem deoptimiert das permanente Online-Sein Lern- und Gedächtnisprozesse.
Für das Lernen ist beispielsweise die Konsolidierung wichtig, d. h. die Verfestigung des
neu Gelernten nach dem aktiven Lernvorgang. Hierbei handelt es sich um einen vom
Gehirn automatisch initiierten Vorgang, der jedoch störbar ist, wie wir seit Jahrzehnten
wissen. Abschließend wird für einen sinnvollen Umgang mit Medien plädiert, ohne
marktschreierische Vorurteile und mit kritischem Blick auf Resultate. Was wir nicht
brauchen, ist die Vermüllung der Köpfe der nächsten Generation!
Für Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 16 Jahren